Hintergrundinfo

Eindrücke und Hintergrundinfos zur Weltumrundung mit dem PC-12

Wie kommt  man auf die Idee, am Computer und mit dem Flugsimulator eine Weltumrundung nachzufliegen?

Bei mir kamen da verschiedene Komponenten zusammen. Zum einen wusste ich von Amelia Mary Earhart die in den 1930er Jahren eine sehr bekannte Flugpionierin war. Ich wusste von ihrem Weltumrundungsflug in den Anfangszeiten der Fliegerei. War fasziniert, als ich von Amelia Rose Earhart und ihrem Vorhaben hörte, diesen Flug noch einmal zu machen und zu vollenden. Als PC-12 Fan freute es mich sehr, dass eine PC-12 NG dazu gewählt wurde. Zum andern flog ich am PC schon den PC-12 vom Softwarehersteller „Flight1“. Ich finde, dass dieser PC-12 sehr gut umgesetzt und sehr  schöne ist. Bei diesem Hersteller ist auch eine Cargo Version mit dabei. Leider gibt es keine PC-12 NG Version. Auch der Softwarekonkurrent Carenado bietet nur das ältere Model an.

 

Über Afrika

 

Die Idee

Am Internet und den Social Medien verfolgte ich die Flüge vom Amelia Project und die Beiträge von Amelia Earhart. Da ich am PC noch nie eine Weltumrundung geflogen bin, gab das den Anreiz die Route von Amelia  mit dem PC-12 nachzufliegen.

 

Die Vorbereitung

Den Flug wollte ich in der entsprechen Bemalung des PC-12 von Amelia durchführen. Da diese Bemalung zur damaligen Zeit nicht zu finden war, erstellte ich diese selber.

Über die Routen und die Zielairports gab es im Internet gute Angaben von Amelia. Da ich mit meinem PC-12 noch nie so grosse Distanzen geflogen bin, wusste ich nicht, wie genau er Spritverbrauch gegenüber dem Original Flugzeug war. Im Originalflugzeug wurde ein Zusatztank eingebaut um die grossen Distanzen fliegen und auch genügen Reserve für einen Ausweichflugplatz zu haben. Glücklicherweise waren die ersten Distanzen noch in einem Bereich die nicht problematisch waren. So konnte ich Erfahrungen über den Verbrauch sammeln. Eine weitere Frage galt meinem PC. Schafte er es, über mehrere Stunden zu fliegen?  Mein PC ist noch ein älteres Modell und hat einen Intel Core i5 CPU und 8.00 GB Arbeitsspeicher. Mit meinen bisherigen Erfahrungen konnte ich davon ausgehen, dass es gehen sollte. Ein weiterer Punkt war die genaue Flugroute mit allen Wegpunkten. Diese hatte ich nicht vollständig für alle Flugrouten. Das andere Problem war, das der FSX nicht alle Wegpunkte kennt und der Flight1 PC-12 am besten mit den FSX-Daten funktioniert. So habe ich die Flugrouten so gewählt, dass sie möglichst nahe dem Original entsprechen, aber wo nötig bin ich auf FSX Route ausgewichen. So war es möglich den ganzen Weg, mit dem Autopiloten zu fliegen.

Aus Zeitgründen war es mir nicht möglich,  nach dem Tagesplan von Amelia Earhart zu fliegen. Ich habe ja auch noch einen Job. So musste ich die Flüge in grösseren Abständen fliegen.

 

Die Flüge

Für die Flüge wollte ich das EFB, Electronic Flight Bag von AivlaSoft einsetzten. Da erlebte ich aber auch Überraschungen. Obwohl ich die Daten immer update, musste ich feststellen, dass nicht alle für mich wichtigen Airports mit den nötigen Airportdaten hinterlegt sind. Bei den kleineren Airports in Afrika oder Asien ist das ja noch verständlich, dass aber auch beim Airport Oakland die Daten nur mangelhaft sind etwas weniger. Da habe ich dann im Internet die nötigen STAR-Daten gefunden. Trotz den langen Flügen war es mir wichtig, die Flüge in Realzeit zu fliegen. Also ohne Veränderung der Geschwindigkeit die es ja im FSX gibt. Die Flüge wollte ich auch dokumentieren. Zum einen mit den Printscreens und zum andern  mit Electronic Flight Bag und dem FS Logbook Editor. Als Erinnerung für mich und auch für alle Interessierten, auf dieser Webseite.

 

Die Airports

Die Flüge von Amelia Earhart führten teilweise für mich auf unbekannte Airports. Diese waren aber im FSX als Piste und Airports vorhanden. Einen Airport suchte ich aber vergebens. SBSG in Brasilien. Der „Sao Goncalo Do Amarante Gov Aluizio Alves International“ in Natal gab es nicht. Keine Piste, kein Gebäude, einfach nichts. Dieser wurde erst nach der Entwicklung vom FSX erbaut. Für diesen Flugplatz gibt es auch keine Freeware Scenery bei den bekannten Anbieter. Christian „Flattermann“ vom ILS Forum bot mir deshalb an, eine Piste und eine kleine Scenery von SBSG zu erstellen. Herzlichen Dank an Christian!

 

Airbort Natal

Airport SBSG in Natal, Brasilien

 

Für einige Airports gibt es sehr schöne Payware Scenerys. Nicht alle habe ich mir angeschafft für diese Weltumrundung. Eine die kurz vor meinem Flug erschien, war Kilimanjaro, HTKJ in Tanzania. Diese finde ich so schön, dass ich sie mir für diesen Flug gekauft habe.

 

Von andere, auch grösseren Airports, gibt es zu meiner Zeit  keine Sceneryen. So zum Beispiel von Singapore Seletar, WSSL, Darwin, YPDN in Australien oder auch LAE, AYNZ in Papua New Guinea. Auch Oakland ein grosser Airport in den USA gibt es noch nicht. Das wäre doch etwas für Scenery Entwickler?

Die Flugplätze die ich auf dieser Weltumrundung anflog, waren für mich alle neu. Wo verfügbar habe ich mir die Anflugkarten angesehen und mich vorbereitet. Die Landungen waren dann aber doch die erste Landung auf diesen Flugplätzen. Der Puls ging dann meist schon etwas höher. Ich wollte ja schliesslich die Flüge mit einer guten und schönen Landung beenden.

 

Anfangs führten die Flüge noch über Festland. Von Miami nach Tobago ging der Flugweg dann weitgehend über das Meer. Der grösste Teil der Flüge führte bei dieser Weltumrundung über das Meer. So sah ich oft oben Blau unten Blau oder auch Oben bewölkt und unten bewölkt. Eindrücklich für mich war der Flug quer über Afrika, von Sao Tome nach Kilimanjaro. Aus dieser Höhe sah ich zwar keine Elefanten oder Giraffen, aber fast endlose Flächen mit Urwald. Auch wenn der Flug am PC stattfand, so stellte ich mir doch vor, wie das wohl real sein würde. Immer wieder versuchte ich die Flüge möglichst real auf mich wirken zu lassen. Die grossen Distanzen flog ich wie real, mit dem Autopiloten. Da ich gegen Osten flog, war es infolge der Zeitverschiebung am Zielflughafen immer schon später, als das von der Flugzeit her zu erwarten war. So musste auch die Zeitverschiebung bei der Routenplanung einbezogen werden. Für einige Flüge reichte es dann noch, vor Sonnenuntergang am Airport einzutreffen. Einer der schönsten Landungen, für mich war auf dem Airport Kilimanjaro. Der Flugplatz in der Endlosen Steppe von Afrika, das Sonnenlicht und die ganze Stimmung mit dem schönen Flugplatz.

 

Da ich mit möglichst realem Wetter flog, waren die Flüge auch vom Wetter her immer wieder Spannend. So gab es auf dem Flug nach Afrika, nach dem Abflug in Natal, Brasilien in der Ferne Gewitter. Dafür war die Beleuchtung und die Wetterstimmung oft wunderschön.

 

Nach dem langen Flug von Brasilien nach Afrika schlug mir das Herz schon etwas stärker, als am Horizont die Küste von Afrika und Dakar auftauchte. Ein weiterer Höhepunkt war dann auch der Anflug auf die Malediven. Mitten im Meer diese wunderschönen Inselgruppen.
Für den Airport Seletar in Singapur fand ich keine Airportdaten. Der Anflug musste ich ganz nach Augenmass und mit der Unterstützung der „Papi“ Landehilfe machen.

 

Eine besondere Herausforderung stellte der Airport Nadzab in Lea, auf Papua New Guinea dar. In Papua New Guinea ist als Folge des Klimas oft mit Bewölkung, Dunst und Nebel zu rechnen. Schon über der Insel flog ich über oder in den Wolken oft nahe an den Bergen. Beim Anflug tauchten wir ganz in Wolken und Nebel ein. Bei der Entscheidungshöhe war nichts zu sehen als Nebel. Soll ich den Ausweichflugplatz anfliegen oder noch mal eine Runde Fliegen und hoffen dass es dann besser ist. Es galt auch den Treibstoff im Auge zu behalten, damit es dann wenn nötig noch reichen würde bis zum Ausweichflugplatz. Dabei ist zu rechnen, dass das Wetter dort auch nicht sehr viel besser war. In diesem Gebiet wechselt die Wettersituation oft sehr rasch. Wie muss es wohl einem realen Pilot in einer solchen Situation gehen? 

Bei meinem zweiten Anflug war es dann leicht besser, so dass ich in Nadzab wie geplant landen konnte.

 

Airport Nadzab, LAE

Der Airport in Lea ist im Zusammenhang mit Amelia Earhart ein schicksalhafter Ort. Es war der letzte Aufenthalt von Amelia Mary Earhart im Jahr 1937. Hier startete Amelia am 2.Juli 1937 zu ihrem geplanten 21 Stundenflug zu der Howland-Insel, wo sie leider nie ankam. Als ich nach meiner Landung hier auf dem Airport Nadzab war, habe ich im Buch „Amelia Earhart der Traum von grenzenlosen Freiheit“ dieses Kapitel ein weiteres Mal gelesen.

 

Auf Howland kann man heute nicht mehr landen. Amelia Rose Earhart flog deshalb auf ihrem Flug im Jahre 2014 von hier zuerst nach Bonriki und dann direkt nach Cassidy auf den Christmas Inseln. Deshalb flog ich auch diese Route. Auf dem Weg nach Cassidy wurde die Route so gewählt, dass sie an der Howland Insel vorbei führte. Ich wusste nicht, ob es die Howland-Insel im FSX und Global Ultimate überhaupt gab. Diese Insel ist ja wirklich klein. Ich flog deshalb mal den Kurs und hoffte diese Insel zu finden. Zu meiner Überraschung und Freude ist sie im FSX wirklich vorhanden. So wie sie auch auf dem Foto von Amelia Rose zu sehen ist.. Hier befindet sich auch die Datumsgrenze. Man ist plötzlich wieder in der Vergangenheit. Mit dem Überfliegen der Zeitzone ist es einen Tag früher als bei unserem Abflug. Man ist schon am Zielflughafen angekommen, bevor man am Startflughafen abgeflogen ist. Erstaunlicherweise wurde auch das vom FSX und dem PC-12 perfekt dargestellt und das Datum schaltete auf dem Display des PC-12 zurück.

 

Überflug der Howland Insel

 

 Die Howland Insel im FSX und real

 

Überflug DER Howland Insel, REAL

 

Amelias Flug 1937

Auf meinen Flügen wurde mir noch viel stärker die Leistung von Amelia Mary Earhart bewusst. Mit der Electra (Lockheed Modell 10) stand Amelia für damalige Zeit ein sehr modernes und gut instrumentiertes Flugzeug zur Verfügung. Im Vergleich zu heutigen Cockpits, so wie sie beim PC-12 NG eingebaut ist, war die Electra aber sehr einfach ausgerüstet. Für die Navigation flog ihr Navigator mit, der anhand von Sonne, Sterne, Kompass und Flugzeit den Standort ermittelte. Das auch bei unterschiedlichen Winden. Unterstütz wurde das noch mit gelegentlichen Funkpeilungen. Damals den Flugweg über so grosse Distanzen richtig zu bestimmen war an sich schon eine Glanzleistung. Die PC-12 NG ist, wie auch die meisten Flugzeuge heute, mit modernsten Navigationsinstrumenten ausgerüstet. Die genaue Position ist immer bekannt. Flugzeiten bis zum nächsten Navigationspunkt und vieles mehr werden genau angezeigt. Auch in meiner PC-12 konnte ich mich auf die Informationen des Cockpits und das Garmin 430, Garmin 530 GPS verlassen. Der Autopilot hielt das Flugzeug auf Kurs, egal wie oft die Richtung änderte und brachte mich zum gewünschten Flugplatz. Das alles hatte Amelia 1937 nicht. Trotzdem hat Amelia die Weltumrundung fast geschafft. Es fehlte eigentlich nur noch ein „kurzes“ Stück. Amelia startete ihren ersten Versuch in der Gegenrichtung und flog bis Hawaii. Hier verunglückte sie beim Start, so dass das Flugzeug repariert werden musste. Der zweite Start ging dann Richtung Osten. So gesehen fehlte nur das Stück von Lae bis nach Hawaii. Der Erfolg der Weltumrundung hätte ich ihr sehr gegönnt!

Amelia Mary mit der Electra

Amelia Mary Earhart mit der Electra

 

 

Amelias Flug 2014

Inzwischen gelang schon verschiedenen Piloten eine Weltumrundung. Einige sind aber auch gescheitert. Auch bei der Weltumrundung von Amelia in unserer technischen Zeit, war nicht automatisch ein sicherer Erfolg garantiert, sondern hatte auch Risiken. Die Mitarbeit von Pilatus hatten vieles zum Gelingen beigetragen.  Zum einen ist der PC-12 NG ein zuverlässiges Flugzeug. Aber auch das  Pilatus Team im Hintergrund mit allen Planungen und Vorbereitungen und das Team von Honeywell und weiteren Firmen haben zum Erfolg viel beigetragen. Am Schluss muss es auch umgesetzt und geflogen werden. Das ist Amelia, und ihrem Copiloten, dem Werkpilot von Pilatus USA, Shane Jordon gelungen. Das ist ein viel grösserer Erfolg für Amelia als man allgemein so denkt.

 

Feiern nach der Landung in akland

Kleine Feier mit einem Teil des Teams nach der vollendeten Weltumrundung

 

Meine Schlussetappe

Mit dem letzten Flug von Honolulu zurück nach Oakland näherte sich meine Weltumrundung den Ende. Mit der Golden Gate Bridge von San Franzisco wird mir bewusst, die letzten Minuten Flug trennen mich bis zur Landung in Oakland und dem Ziel der Weltumrundung.

 

Rollen zum Parking

 

Zurück in Oakland nach der vollendeten Weltumrundung

 

Zurück in Oakland, reale Foto

 

Inzwischen liegt der Flug schon ein paar Tage zurück. Viele schöne und tolle Eindrücke und Erlebnisse konnte ich auf diesen Flügen erleben. Ich freue mich, dass ich es geschafft habe und diese Weltumrundung gelungen ist. Viel sehr schöne Erinnerung bleiben.
Da ich meine Flüge mit meinem Job, der Familie und meinen Freitagen koordinieren musste, dauerte die Umrundung über ein Jahr. Ich hatte am Anfang ein Ziel, einen Traum und es ist nicht beim Traum geblieben.

 

Foto Amelia Mary Earhart 1926

 

 

Hans-Ruedi Maibach

 

Verwendete Tools und Scenerys

  • Flight Simulator FSX von Microsoft

  • PC-12 von Flight1, Textur von maibach-design.ch

  • EFB, Electronic Flight Bag von AivlaSoft

  • Aerosoft, NavDataPro

  • Flight Simulator Logbook Editor

  • FS Global Ultimate, alle Erdteile

  • Payware Scenery: LatinVFR, Crown Point Tabago TTCP

  • Payware Scenery: Aerosoft, Kilimanjaro Airport 2015 HTKJ

  • Payware Scenery: Aerosoft, Maldives X – The Malé Atolls VRMM

  • Payware Scenery: FSDremteam, Honolulu INTL PHNl

  • Freeware: Natal, SBSG von „Flattermann“

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Electra, Golden Gate Bridge

 

San Francisco

PC12, bei Golden Gate Bridge, FSX

 

 

 

 

 

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